Saisonstart mit der Scott F2

21.03.2015 12:00

Saisonstart mit der Scott F2

16.März, endlich beginnt die Forellensaison wieder. Und wie jedes Jahr ist die Natur noch weit zurück und das Wasser ist kalt, aber die Wartezeit seit dem 15.Oktober ist einfach lang genug. Einen Tag Urlaub eingereicht und los geht’s. Die letzten Wochen waren geprägt von Regenfällen und Schmelzwasser aus dem nahen Mittelgebirge. Der Blick in die Meldungen der Wasserpegel war jeden Tag ein Muss, und glücklicherweise fiel der Wasserstand täglich um ein bis zwei Zentimeter und am 16. März waren es nur knapp 10 cm über Normal, das habe ich schon schlimmer erwischt.

Die Fahrt entlang des Flusses verhieß Gutes, wunderbar klar floss er dahin. Dann war es soweit; den kleinen versteckten Parkplatz angesteuert, die Wathose an, Rute montiert, ein kurzer Weg über eine Wiese und da war er, der Hausfluss, den ich in- und auswendig kenne und der dennoch jedes Jahr wieder eine Überraschung parat hat. Dieses Jahr war im oberen Streckenabschnitt beim ersten Winterhochwasser ein großer Baum in den Fluss gefallen und hatte den Abschnitt darunter stark verändert, so entstand einige Meter dahinter ein tiefer Gumpen und die Hauptströmung floss auf einmal mehr mittig anstatt am linken Ufer vorbei. Für die vielen Bachforellen im Fluss ein kleiner Nachteil, für die in den letzten Jahren wieder stärker aufkommenden Äschen ein neuer schöner Zug.

800_Fluss

Dieses Mal hatte ich zum Start der Saison meine neue Scott F2 Glasfiberrute Rute dabei, die bei einer Länge von 7‘7‘‘ und der AFTMA Klasse 4 die ideale Fliegenrute für die Trockenfliege oder die leichte Nymphe ist, also, zumindest auf dem Papier, nicht die optimale Rute für den März, wenn man mit beschwerten Nymphen und Streamern die noch trägen Fische aus dem Winterschlaf holen will. Aber dazu später mehr.

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Ich muss zugeben, dass ich als überzeugter Anhänger von schnellen Ruten wie meiner geliebten Sage One 590-4 etwas skeptisch war, eine Rute mit einer langsamen vollparabolischen Aktion wie die der Scott F2 auszuprobieren. Aber ein Freund von mir schwärmte schon länger davon, wie schön man damit werfen und drillen kann, da konnte ich einfach nicht widerstehen. Als Schnur hatte ich mir die RIO Trout LT in der Ausführung WF-4-F ausgesucht, weil diese Schnur insbesondere für Unterhandwürfe und kurze Schwips optimal geeignet schien, zumindest verspricht dies die RIO Werbung. Ich begann mit einer kleinen Nymphe mit einem weißen Tungstenkopf und nach einigen Würfen merkte ich schnell, wie wunderbar man mit dem Unterhand- oder einem Rollwurf die Nymphe zentimetergenau platzieren kann. Entfernungen von 12 bis 15 m waren wirklich einfach zu erzielen, wobei dies an meinem Fluss in der Regel die maximale Weite ist. Ich hatte das Gefühl, dass die RIO Schnur perfekt zu der Scott Rute passt. Selbst Überkopf- oder seitliche Leerwürfe waren ( mit der nötigen Ruhe und Entspanntheit ) ein Genuss, aber die Stärke der Schnur liegt eindeutig im Bereich des Unterhandwurfes.

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Die Scott F2 ist aus einem neuartigen Glasfibergemisch hergestellt, die Aktion würde ich als vollparabolisch bezeichnen, die Rute arbeitet somit bereits auf kürzeste Distanz und lässt die passende Schnur auch mit einem längeren Vorfach ( meines war zusammen mit der Vorfachspitze fast 4 m lang ) sauber abrollen. Die F2 hat einen sehr schönen honigfarbenen Blank, einen sehr feinen Korkgriff und einen uplocking Rollenhalter. Als Rolle hatte ich eine Abel Super 5N montiert, die vom Gewicht die Rute optimal ausbalancierte. Als Fliegen habe ich die o.e. Tungstennymphe gefischt, die die Rute nicht überforderte und sich immer perfekt platzieren ließ. In einem tiefen langen Zug benutzte ich einen mittelschweren Woolly Bugger in Hakengröße 6, und auch diese schwere Fliege meisterte die Rute tadellos, allerdings verwendete ich ein kürzeres Vorfach, um mir das Liften und Aufnehmen der Fliege etwas zu erleichtern.

Mein Fazit:

Die Scott F2 ist eine feine Rute, die man universell beim leichten bis mittelschweren Nymphenfischen und natürlich zum Fischen mit der Trockenfliege, mit Emergern und leicht versunkenen Fliegen einsetzen kann. Die weiche Aktion zwingt den Werfer förmlich zu einem langsamen Wurfstil und dazu, mehr auf das Timing zu achten. Das ausgeprägte Feeling der Scott Rute unterstützt dabei ideal denjenigen, der sich an die o.g. Regeln hält. Der Drill eines gefangenen Fisches ist sehr gut kontrollierbar, die Aktion der F2 federt jede Flucht locker ab und erlaubt auch das Fischen mit einer feinerer Vorfachspitze. Das Einsatzgebiet der Rute sind kleine bis mittlere Gewässer, bei denen Würfe zwischen 5 m und 10 m die Regel ist.

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